Übersicht
Im Auftrag der Deutschschweizer Kantone sollen Instrumente zur Selbst- und
Fremdbeurteilung von Kompetenzen in den Fremdsprachen Französisch und Englisch
entwickelt werden. Den Bezugsrahmen für diese Instrumente bildet der Gemeinsame
europäische Referenzrahmen für Sprachen des Europarates. Im Verlauf des Projekts
sollen als wichtigste Produkte entstehen:
- Selbstbeurteilungsinstrumente für Kinder und Jugendliche
- eine Bank von validierten und z.T. kalibrierten Testaufgaben
- Materialpakete für die Beurteilerschulung
Mithilfe dieser Beurteilungsinstrumente sollen die Qualität, Kohärenz und
Transparenz der Evaluationsmassnahmen im Fremdsprachenunterricht während der
obligatorischen Schulzeit nachhaltig verbessert werden. Es besteht ein
besonderes Interesse am Einsatz dieser Instrumente beim Übergang von der
Primarstufe in die Sekundarstufe I und am Ende der obligatorischen Schulzeit. Es
ist eine dreijährige Projektlaufzeit vorgesehen; Beginn: 2002. Seit Mai 2001
liegt eine Vorstudie zum Projekt vor.
Verfasser der Vorstudie: Peter Lenz und Thomas Studer, LeFoZeF,
Universität Freiburg
Das Europäische Sprachenportfolio ist Informationsinstrument und persönlicher
Lernbegleiter: Es will einerseits anschaulich, transparent und international
vergleichbar über Sprachenkenntnisse und interkulturelle Erfahrungen informieren
und andererseits für das Sprachenlernen motivieren und beim Sprachenlernen
helfen. Es orientiert sich an dem vom Europarat entwickelten Gemeinsamen
europäischen Referenzrahmen für Sprachen.
Sprachenportfolios kann es für verschiedene Zielgruppen geben. Nach der
Lancierung des Europäischen Sprachenportfolios für Jugendliche und Erwachsene in
der Schweiz am 1. März 2001 befasst sich die Steuerungsgruppe Sprachenportfolio
der Schweiz. Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) mit der
Implementierung dieser Version im Bildungsbereich und in der Arbeitswelt.
Zudem koordiniert die Steuerungsgruppe auch die Arbeiten an Sprachenportfolios
für jüngere Lernende, welche in den nächsten Jahren in den obligatorischen
Schulen eingeführt werden sollen.
Peter Lenz, LeFoZeF, Universität Freiburg ist Mitglied der
Steuerungsgruppe Sprachenportfolio der EDK.
Profile deutsch beschreibt für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache die ersten
vier Niveaus A1, A2 und B1, B2 des "Gemeinsamen Referenzrahmens".
Was enthält Profile deutsch? Profile deutsch bietet Grundlagen für einen
handlungsorientierten Unterricht in den Bereichen DaF und DaZ. Es ist ein
offenes und flexibles System, mit dem man den Unterricht planen, durchführen und
evaluie-ren kann. Als Benutzer oder Benutzerin finden Sie Lernzielbestimmungen
für die Niveaus A1, A2 und B1, B2 in Form von Kannbeschreibungen.
Die Beispiele zu den detaillierten Kannbeschreibungen machen deutlich, welche
sprachlichen Aktivitäten (Rezeption - Produktion - Interaktion - Sprachmittlung)
auf einem bestimmten Niveau erwartet werden. Neben den Kannbeschreibungen finden
sich in Profile deutsch u.a. niveauspezifische sprachliche Mittel wie Wortschatz
und Grammatik und Beschreibungen von Sprachhandlungsstrategien, Lern- und
Prüfungsstrate-gien mit jeweils verschiedenen konkreten Vorschlägen.
Sie finden zusätzlich informative und erklärende Hintergrundtexte sowie ein
Glossar, in denen das Konzept und wichtige Begriffe beschrieben werden.
Profile deutsch ist auf Initiative des Goethe-Instituts Inter Nationes (München)
und des Europarats (Strasbourg) entstanden. Es wurde in trinationaler
Zusammenarbeit zwischen Deutschland, Österreich und der Schweiz von
Institutionen aus diesen Ländern durchgeführt:
- Deutschland (Goethe-Institut Inter Nationes München, Ruhr Universität Bochum)
- Österreich (Österreichisches Sprachdiplom ÖSD, Universitäten Wien und
Klagenfurt)
- SSchweiz (CLAC, Universität Freiburg/Fribourg,)
Profile deutsch enthält keine didaktischen oder methodischen Vorgaben. Sie als
Benutzer bestimmen, wie was konkret im Unterricht damit gemacht wird, wie eine
Prüfung aussieht oder wie ein Curriculum aufgebaut wird. Sie entscheiden,
Profile deutsch unterstützt Sie bei Ihrer Arbeit.
Projektleitung Martin Müller und Lukas Wertenschlag
(CLAC/Mitglieder der Ledafids)
Autoren und Autorinnen: Manuela Glaboniat, Martin Müller, Helen Schmitz, Paul
Rusch, Lukas Wertenschlag
Seit 1996 beteiligt sich das Lern- und Forschungszentrum Fremdsprachen der
Universität Freiburg im Auftrag der EDK als Vertreter der Schweiz zusammen mit
Österreich (ÖSD) und Deutschland (GIIN und WBT) an einem Kooperationsprojekt zur
Revision und Entwicklung internationaler Diplome für Deutsch als Fremdsprache.
Ein Resultat dieses Projekts ist das neue Zertifikat Deutsch, zu dem u.a. auch
gemeinsam eine Lernzielbroschüre verfasst wurde.
Derzeit stehen die Fortschreibung des Zertifikats Deutsch sowie eine Studie zur
Frage der Auswirkung der plurizentrischen Ausrichtung der Hörtexte auf
Prüfungsresultate von KandidatInnen im In- und Ausland im Vordergrund. Die
Studie ist Teil verschiedener Massnahmen zur nachhaltigen Qualitätssicherung der
Prüfung.
Mitarbeitende Ledafids-Mitglieder: Michael Langner (Steuerungsgruppe) und
Thomas Studer (Steuerungsgruppe und Redaktionsgruppe)
Im Genfer DiGS-Projekt (Deutsch in Genfer Schulen) wurde der Erwerb der
deutschen Grammatik im DaF-Unterricht untersucht, von der 4. Primarschulklasse
bis zur Maturität. Ergebnis: Der Grammatikerwerb verläuft weitgehend analog zum
natürlichen Spracherwerb, d.h. in einer festen Phasenabfolge, die durch den
expliziten Grammatikunterricht nicht modifiziert werden kann.
Die Ergebnisse liegen vor in: Diehl, Erika / Christen, Helen / Leuenberger,
Sandra / Pelvat, Isabelle / Studer, Thérèse (2000): Grammatikunterricht - Alles
für der Katz? Untersuchungen zum Zweitsprachenerwerb Deutsch. Tübingen:
Niemeyer. Siehe auch die homepage des deutschen Departements der Universität
Genf:
http://www.unige.ch/lettres/alman/digs.htm
Am Projekt beteiligte LEDAFIDS-Mitglieder: Erika Diehl und Thérèse
Studer
Gegenwärtig werden die für den Hochschulzugang verlangten Deutschkenntnisse an
den Schweizer Hochschulen ganz unterschiedlich geprüft. Es fehlte bislang ein
einheitliches Prüfungsformat, das den spezifischen Anforderungen für den
Nachweis der Studierfähigkeit gerecht wird und auf die Niveaubeschreibungen des
Portfolios abgestimmt ist. Eine Ledafids-Arbeitsgruppe ist dabei, eine
schweizerische Studierfähigkeitsprüfung zu entwickeln, die prüfungsdidaktischen
Anforderungen genügt und hochschulpolitisch durchzusetzen ist.
An der Arbeit beteiligte Ledafids-Mitglieder: Elisabeth Winiger, Peter
Sauter, Ueli Bachmann, Elsbeth Dangel
Im Rahmen des SOCRATES/ERASMUS Programms der Europäischen Kommission.
http://www.fu-berlin.de/elc/TNP2/index.html.
Ziel dieses Projekts ist es, die aktuellen Tendenzen auf dem Gebiet der neuen
Lernumgebungen im Bereich des Sprachenlernens und -lehrens an Hochschulen
europaweit herauszuarbeiten. Diese Arbeit dient als Grundlage für Empfehlungen
und Aktionen, die durch Innovationen die Mehrsprachigkeit und die Qualität der
Sprachausbildung an Hochschulen fördern sollen.
Brigitte Forster Vosicki, Universität Lausanne
Gemeinsames Projekt des Europäischen Sprachenrats (ELC -
http://www.fu-berlin.de/elc) und der
Europäischen Konföderation der Hochschulsprachenzentren (CERCLES -
http://www.cercles.org/). Das Europäische
Sprachenportfolio für Studierende soll der Spezifizität der Sprachausbildung im
Hochschulbereich Rechnung tragen und neben seiner Funktion als Lernbegleiter,
der den Lernenden Metareflexion und Lernplanung erlaubt, auch ermöglichen,
innerhalb und ausserhalb der Hochschule erworbene sprachliche und
interkulturelle Kenntnisse verständlich, komplett und europaweit vergleichbar
darzustellen.
Brigitte Forster Vosicki, Universität Lausanne
Seit 1994 und bis 2003 läuft in den frankophonen Gemeinden Sierre/Siders,
Sion/Sitten und Monthey im Kanton Wallis ein Immersionsversuch, der von einem
Forschungsteam des IRDP (Institut de recherche et documentation pédagogique in
Neuenburg) begleitet und evaluiert wird. Vom Kindergarten bis zum Ende der
Primarschule wird dabei je die Hälfte der Unterrichtszeit auf Deutsch und auf
Französisch gestaltet, im Moment befinden sich rund 600 Kinder im Projekt. Das
Forschungsteam wird beraten durch die Forschungsgruppe GREB (Groupe de recherche
sur l'enseignement bilingue). Das Forschungsdesign berücksichtigt die
Entwicklung der Sprachkompetenzen im Deutschen, das Sprachverhalten in der
Familie und die Sprachattitüden. In Siders/Sierre werden zusätzlich zwei Modelle
miteinander verglichen: frühe Immersion ab Kindergarten und mittlere Immersion
ab der dritten Primarklasse.
Am Projekt beteiligt sind Ledafids-Mitglied Claudine Brohy, sowie
Anne-Lore Bregy, Corinne Barras, Nadia Revaz und Irène
Schwob.
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